rr

Zurück zum Stillcafe

Zurück zur Startseite.

Dem Kind eine Chance geben, sich zu entwickeln

Die Physiotherapeutin Fr. Gertrud Siegert hielt Vortrag im Still-Café

Am Montag, den 24.03.2003 konnte Sr. Brigitte Tautenhahn, Stationsleitung der gynäkologischen Abteilung im St. Anna Krankenhaus, zahlreiche Mütter im Still-Café begrüßen.
Mit großem Interesse folgten sie dem Vortrag von Fr. Siegert, die sich dankenswerterweise bereiterklärt hat, über das Thema „Entwicklung des Kindes im 1. Lebensjahr“ zu sprechen.

Ein Baby braucht zum Greifen den ganzen Körper.

Schon ab der 16. Lebenswoche, dem sog. Beugestadium, hebt es aus der flachen Rückenlage heraus die Beinchen hoch und versucht diese mit den Händen zu greifen, um dann die Zehen etwas später in den Mund zu stecken.
Der Mund ist die sog. „3. Hand“ bis die Feinmotorik zum Zug kommt.
So werden die Muskeln gedehnt und die Bauchmuskeln trainiert.
Liegt ein etwa 3 Monate alter Säugling in der Wachphase auf dem Bauch, hebt er das Köpfchen.
Auf diese Weise wird die Rückenmuskulatur gestärkt.
Sowohl Bauch – als auch Rückenlage dienen als wichtige Vorbereitung zum späteren freien Sitzen ab dem 10.-11. Lebensmonat.
Vorher darf und soll man ein Kind nicht hinsetzen. Die Babys lernen sonst die notwendigen Bewegungsübergänge nicht und haben somit keine Chance sich altersentsprechend zu entwickeln.

Ein Kind lernt nur zu Begreifen durch Greifen!

Das Krabbelalter zwischen 9. und 10. Lebensmonat soll als Entwicklungsstufe vor dem Laufen lernen gefördert werden.
Eine wichtige Vorstufe zum Laufen lernen ist das „Seitwärts gehen“.
Ein Kind zieht sich aus der Hockstellung, z.B. an einer Wand hoch, stützt sich mit den Händen ab und versucht seitwärts zu gehen. Bei dieser Art der Fortbewegung wird das Fußgewölbe geformt.
Durch das sog. „Gehfrei“, dass außerdem sehr unfallträchtig ist, wird dem Kind die Möglichkeit genommen, selbstständig aufzustehen und erst einmal seitwärts zu gehen, denn ein Kind sollte erst stehen lernen, bevor es laufen lernt!

Tragen des Kindes:

Das Aufnehmen des Kindes erfolgt über die Seitenlage. In den ersten 3 Lebensmonaten wird der Kopf dabei unterstützt. Später lernt das Kind die Möglichkeit, sich mit dem unteren Arm selbst abzustützen.
Empfohlen wird die sog. „Fliegerstellung“ bei der die Mutter das sich in Bauchlage befindliche Kind mit beiden Unterarmen hält.
Eine weitere Möglichkeit des Tragens bietet sich ab dem 6. Lebensmonat an. Der Rücken des Kindes lehnt an der Brust der Mutter/Vater, Gesäß und Füßchen werden von den Unterarmen und Händen unterstützt.
Ab dem 10. Lebensmonat kann das Kind dann in seitlicher Haltung getragen werden, bei der es mit Unterstützung der Hand auf dem Hüftknochen von Vater/Mutter abgestützt wird.
Wenn ein Kind längere Zeit im Tragetuch getragen wird, so wird dem Säugling zugemutet in vertikaler Position zu schlafen und ist deshalb konsequent abzulehnen.
Eine engere Beziehung kann sich ebenso gut entwickeln , wenn Mutter und Kind im Liegen miteinander Kuscheln.

Schon im 1. Lebensjahr werden Rückenprobleme vorgegeben.

Natürlich geht die Sicherheit vor, aber es ist vollkommen unphysiologisch, ein Kind bei einer weiteren Reise stundenlang im Autositz zu lassen. Sind die Kinder wach, sollten mehrere Pausen eingelegt werden.

Zum Abschluß der wirklich sehr interessanten Ausführungen gab Fr. Siegert den Müttern noch mit auf den Weg:

Jedes Kind ist in seiner Entwicklung individuell verschieden.
Man darf und soll dem Kind den eigenen Lernprozess nicht nehmen, denn es ist zufriedener, wenn es alles selbst erarbeiten kann.



Auch beim 2. Vortrag von Frau Siegert herrschte reges Treiben unter unseren jüngsten Gästen:

[ nach oben ]