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Frau  Astrid Messer-Thirimadurage vom Sahana Ayurveda Studio
 hat sich freundlicherweise bereiterklärt uns Informationen über das Stillverhalten in Sri Lanka mitzuteilen:

    

Gleich zu Anfang der Schwangerschaft wird der Bauch der schwangeren Frau regelmäßig ganz sanft mit speziellen Ölen massiert.
Zur Reduzierung von Schwangerschaftsbeschwerden wie Schlaflosigkeit, Schwäche, Müdigkeit zu reduzieren, werden auch die Füße massiert.
Die Schwangere umgibt sich auch mit schönen, erfreulichen Dingen. Z. B. Fotos von süßen Babys, Blumen, schöne Musik, Singen usw.
Beim ersten Kind geht die schwangere Frau die letzten drei Monate vor der Geburt heim zu ihrer Mutter. Dort wird sie optimal auf das „neue“ Leben durch die Erfahrungen der Mutter vorbereitet.
Das ist wie ein „Geburtsvorbereitungskurs“.
Die zukünftige Oma kümmert sich um die gute Ernährung und auch um den emotionalen und körperlichen Ausgleich.

Die Geburt findet jetzt fast immer im Krankenhaus statt. Früher waren alles Hausgeburten unter Aufsicht der Hebamme und auch der Oma.
Während der Geburt wurden von der Hebamme Mantras gebetet bzw. gesungen, was die Schmerzen lindert und den Geburtsverlauf positiv beeinflussen.
Der Geburtsraum wird mit desinfizierenden Kräutern ausgeräuchert und mit Curcumawasser (Gelbwurz) gereinigt. Curcuma hat antiseptische Wirkung.

2-3 Tage nach der Geburt wird um das Handgelenk des Babys ein Stück Curcuma-Wurzel und um die Gürtellinie eine Knoblauchzehe gelegt.
Die antiseptische Wirkung von Curcuma und die blähungswidrige Wirkung von Knoblauch wird über die zarte Babyhaut aufgenommen.
Sobald der Nabel verheilt ist, wird das Baby so oft wie möglich mit speziellen Kräuterölen und Massagetechnik massiert. Dies bewirkt eine Stärkung der Knochen und Gelenke, fördert den Muskelaufbau und auch die geistige Entwicklung. Diese Massage wird bis ins Kleinkindalter fortgeführt.
Heutzutage wird bei uns Pekip, Babyschwimmen usw. angeboten als Ersatz für eine Frühförderung.
Von Geburt an schläft das Baby an der Seite der Mutter.
Das Kind entwickelt erst im Laufe des ersten Jahres seine eigene Aura. Deshalb sollte es ständig durch die Aura der Mutter geschützt sein.
Um die Babys vor dem „bösen Blick“ zu schützen, trägt jedes Kind in der Mitte der Stirn einen schwarzen Punkt. Dadurch fällt als erstes der Blick auf den Punkt und wird somit abgelenkt. Das hat nichts mit einem Kastenzeichen zu tun.

Bereits einen Tag nach der Geburt wird der ganze Körper der jungen Mutter mit regenerierenden Kräuterölen regelmäßig massiert, um den Geburtsstress und die Belastungen der Schwangerschaft so schnell wie möglich auszugleichen.
Nach 15 Tagen badet die Mutter für eine Dauer von 10-15 Tagen täglich mit speziellen Kräutern, die reinigende und regenerierende Wirkung haben. Die Brust wird mit warmen, feuchten Tüchern bedeckt und sanft massiert, um den Milchfluss anzuregen und Milchstau zu verhindern.
Die Hebamme, die die junge Mutter täglich besucht, singt ein Mantra, um den Milchfluss positiv zu beeinflussen, weil vor allem früher die Muttermilch die einzige Nahrung war, die dem Neugeborenen angeboten werden konnte.
Viel Wert wird auch auf die gesunde Ernährung der jungen Mutter geachtet. Dafür ist jetzt die Oma zuständig. Auch die Hebamme gibt Tipps dazu und kontrolliert es auch.

Nach der Geburt bleibt Mutter und Kind noch einige Wochen bei der Oma, die ihr durch ihre eigene Erfahrung eine große Hilfe ist.

Vor und nach der Geburt wird so oft wie möglich der Tempel besucht, um darum bebetet, dass es Mutter und Kind gut geht.

Früher wurde von fast der gesamten Bevölkerung gestillt. Die Mütter blieben auch zuhause.
Heute hat sich das geändert, weil viele Frauen auch berufstätig sind und bald wieder in die Arbeit gehen. Ebenfalls wird von der Industrie die Säuglingsnahrung propagandiert.

Zu guter Letzt noch ein Tipp, das Kind in einer für die Mutter bequeme Position zu beruhigen bzw. in den Schlaf zu schaukeln:
Das Baby wird auf die ausgestreckten Beine gelegt, so dass es das Gesicht der Mutter sehen kann. Dann schaukelt man sanft mit den Beinen hin und her. So kann die Mutter sich auf den Boden oder auf die Couch setzen und hat ihre Hände frei um z. B. ein Buch zu lesen oder Babysöckchen zu stricken.
Auch das Baby spürt ständig die mütterliche Wärme und Bewegung.

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