Das Stillverhalten der afrikanischen Kultur
Die Laktation in Afrika wird durch
unterschiedliche Faktoren beeinflusst:
1)
Gesundheitliche Gründe
2)
Unwissenheit mit dem Umgang von Milchflaschen (Ängste durch
die nicht vorhandene Hygiene)
3)
Standort der Geschäfte (Finanzierung)
4)
Mobilität der Frauen, durch nicht vorhandene Infrastruktur
5)
Traditionen
Die Frage gebe ich die Brust, oder greife ich zur Flasche wird im
Vorfeld durch Aufklärung der „afrikanischen Frau“ mit Hilfe von
Medien und Fachseminaren beantwortet.
Der gesundheitliche Aspekt des natürlichen Stillens tritt hier ohne
Frage in den absoluten Vordergrund. Die ghanaische Frau wird stetig
zu natürlichem Verhalten angeleitet. Die Brust, ist das von Ihnen
selbst empfundene praktischste, sauberste sowie natürlichste
Körperteil.
Die Aufklärungen bzw. Beratungen entsprechen den Wünschen der
Frauen.
Sie wissen instinktiv, dass das Stillen, gerade auch das erste
Anlegen (Kolostrum) den Grundstein der Gesundheit legt. Ein sehr
enger und intensiver Körperkontakt wird durch das längere Stillen
noch zusätzlich betont, und fördert außerdem die stets gewollte enge
menschliche Bindung.
Ghanaerinnen empfinden es als selbstverständlich das Baby immer bei
sich am Körper zu tragen, also damit zu arbeiten (Dorf) sowie es
Nachts bei sich zu behalten, um es jeder Zeit mit viel Liebe,
Streicheleinheiten und dem Wichtigsten der „Muttermilch“ zufrieden
zu stellen.
Sie setzen nicht Ihre körperliche Schönheit in den Vordergrund,
sondern die Gesundheit und Wärme für ihr Kostbares was Sie haben
„Ihr Baby“.
Auch der Aspekt der Unwissenheit auf dem Kontinent in vielen
Regionen (keine Medien) über den Umgang von Milchflaschen und der
damit zwangsläufig verbundenen Hygiene verneinen eine Anwendung der
künstlichen Erzeugnisse.
Die Standorte der Geschäfte sind meistens in den Städten, die
hiermit normalen Verkehrmitteln erreichbar wären.
Die Infrastruktur in Afrika lässt eine sehr erschwerte Mobilität der
afrikanischen Frauen zu, dass auch hier wieder das
selbstverständliche praktische Stillverhalten angewendet wird.
Das Erwerben der Produkte (Milch, Flachen etc) ist für die
finanziell gut gestellte Frau möglich, doch oft sind diese Dinge in
den Läden nicht vorhanden.
Wenn sich eine afrikanische Frau doch anders entscheidet, dann nur
aus verständlichen Gründen
1)
keine Milch
2)
Arbeiten den ganzen Tag
3)
Brustwarzenentzündung, dass eine normale Stillzeit nur sehr
erschwert möglich ist
Hier muß betont werden, dass es
viele Menschen gibt, die sich untereinander helfen, und mit den
Erkrankungen der jungen Mütter unterschiedlich umgehen.
Die Weisheiten der Älteren gerade in den Dörfern spielt hier eine
entscheidende Rolle. Ein Arzt kann oft nicht bezahlt werden um
Entzündungen der Brustwarzen zu beheben. Die weisen Älteren helfen
hier den Jüngeren in Form von selbst hergestellten Breien und Salben
die eine schnelle Genesung fördern sollen.
Die Möglichkeit, in der Zeit der Genesung das Baby von einer anderen
Frau stillen zu lassen, solange ein eigenes Anlegen erschwert ist ,
kommt heute zwar selten vor, doch zum Glück ist dies in manchen
Familien noch vorhanden (wie in Europa Milch für Babys im
Krankenhaus abgeben wird z.B. Berliner Milchbank)
Schwestern, jungen Müttern deren Töchter Babys bzw. Frauen die in
Polygamie leben ist es heute noch möglich ihre Babys untereinander
zu stillen, wenn Probleme auftauchen.
Ein Helfen beim gesunden Stillverhalten ist traditionell ohne
Hemmung auf diesem Kontinent wie selbstverständlich.
Schlusswort:
„So schnell Du
Dein Baby an die Flasche gewöhnst, so schnell wird dieses Kind Dich
verlassen..“
(Sprichwort aus
Afrika)
Yamoah-Kyei, Edmund
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