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Unser Stationsarzt Edmund Yamoah hat sich freundlicherweise bereiterklärt uns Informationen über das Stillverhalten in seinem Heimatland Ghana mitzuteilen

    

Das Stillverhalten der afrikanischen Kultur

Die Laktation in Afrika wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst

1)     Gesundheitliche Gründe

2)     Unwissenheit mit dem Umgang von Milchflaschen (Ängste durch die nicht vorhandene Hygiene)

3)     Standort der Geschäfte (Finanzierung)

4)     Mobilität der Frauen, durch nicht vorhandene Infrastruktur

5)     Traditionen

Die Frage gebe ich die Brust, oder greife ich zur Flasche wird im Vorfeld durch Aufklärung der „afrikanischen Frau“ mit Hilfe von Medien und Fachseminaren beantwortet.
Der gesundheitliche Aspekt des natürlichen Stillens tritt hier ohne Frage in den absoluten Vordergrund. Die ghanaische Frau wird stetig zu natürlichem Verhalten angeleitet. Die Brust, ist das von Ihnen selbst empfundene praktischste, sauberste sowie natürlichste Körperteil.
Die Aufklärungen bzw. Beratungen entsprechen den Wünschen der Frauen.
Sie wissen instinktiv, dass das Stillen, gerade auch das erste Anlegen (Kolostrum) den Grundstein der Gesundheit legt. Ein sehr enger und intensiver Körperkontakt wird durch das  längere Stillen noch zusätzlich betont, und fördert außerdem die stets gewollte enge menschliche Bindung.

Ghanaerinnen empfinden es als selbstverständlich das Baby immer bei sich am Körper zu tragen, also damit zu arbeiten (Dorf) sowie es Nachts bei sich zu behalten, um es jeder Zeit mit viel Liebe, Streicheleinheiten und dem Wichtigsten der „Muttermilch“ zufrieden zu stellen.
Sie setzen nicht Ihre körperliche Schönheit in den Vordergrund, sondern die Gesundheit und Wärme für ihr Kostbares was Sie haben „Ihr Baby“.

Auch der Aspekt der Unwissenheit auf dem Kontinent in vielen Regionen (keine Medien) über den Umgang von Milchflaschen und der damit zwangsläufig verbundenen Hygiene verneinen eine Anwendung der künstlichen Erzeugnisse.
Die Standorte der Geschäfte sind meistens in den Städten, die hiermit normalen Verkehrmitteln erreichbar wären.
Die Infrastruktur in Afrika lässt eine sehr erschwerte Mobilität der afrikanischen Frauen zu, dass auch hier wieder das selbstverständliche praktische Stillverhalten angewendet wird.
Das Erwerben der Produkte (Milch, Flachen etc) ist für die finanziell gut gestellte Frau möglich, doch oft sind diese Dinge in den Läden nicht vorhanden.

Wenn sich eine afrikanische Frau doch anders entscheidet, dann nur aus verständlichen Gründen

1)     keine Milch

2)     Arbeiten den ganzen Tag

3)     Brustwarzenentzündung, dass eine normale Stillzeit nur sehr erschwert möglich ist

Hier muß betont werden, dass es viele Menschen gibt, die sich untereinander helfen, und mit den Erkrankungen der jungen Mütter unterschiedlich umgehen.

Die Weisheiten der Älteren gerade in den Dörfern spielt hier eine entscheidende Rolle. Ein Arzt kann oft nicht bezahlt werden um Entzündungen der Brustwarzen zu beheben. Die weisen Älteren helfen hier den Jüngeren in Form von selbst hergestellten Breien und Salben die eine schnelle Genesung fördern sollen.
Die Möglichkeit, in der Zeit der Genesung das Baby von einer anderen Frau stillen zu lassen, solange ein eigenes Anlegen erschwert ist , kommt heute zwar selten vor, doch zum Glück ist dies in manchen Familien noch vorhanden (wie in Europa Milch für Babys im Krankenhaus abgeben wird z.B. Berliner Milchbank)
Schwestern, jungen Müttern deren Töchter Babys bzw. Frauen  die in Polygamie leben ist   es heute noch möglich ihre Babys untereinander zu stillen, wenn Probleme auftauchen.
Ein Helfen beim gesunden Stillverhalten ist traditionell ohne Hemmung auf diesem Kontinent wie selbstverständlich.

 Schlusswort:

„So schnell Du Dein Baby an die Flasche gewöhnst, so schnell wird dieses Kind Dich verlassen..“

(Sprichwort aus Afrika)

Yamoah-Kyei, Edmund

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