Das Stillverhalten
in Afghanistan
In Afghanistan liegt die Stillrate
traditionell bei fast 95 %, in der ländlichen Dorfbevölkerung bei
fast 100 %.
Die Mehrzahl der Frauen entbindet zu Hause mit einer Hebamme,
Nachbarin oder Dorfältesten. Bei der Entbindung wird die
Hockerstellung bevorzugt, selten Entbindung in der Klinik.
Informationen und Tipps rund ums Stillen werden meist von einer zur
nächsten Generation innerhalb der Familie oder durch Nachbarn und
Freunde weitergegeben.
Selten holen sich die Frauen Informationen durch Klinikpersonal oder
Ärzte.
Gründe für Abstillen gibt es
praktisch nicht (außer Milchmangel, Krankheit) da die
Stillwunschrate so hoch liegt.
Flaschennahrung kann frei und ohne Rezept erworben werden.
Traditionell wird ab und zu
„Pulvermilch“ zugefüttert bei nicht ausreichender Milchmenge.
Innerhalb eines Familien oder
Dorfverbundes wird den Frauen nach der Entbindung eine Schonzeit von
40 Tagen gewährt.
Den ersten Tag nach der Entbindung wird den Frauen eine süße Suppe
gerichtet, die die Milchbildung anregen soll.
Arbeitende Mütter dürfen nach der Entbindung 3 Monate zu Hause
bleiben, wenn die Frau allerdings auf sich alleine gestellt ist, muß
sie sehr rasch wieder ihrer Tätigkeit nachgehen.
Die Kinder werden 1 Jahr
vollgestillt, ab dann wird erst mit Beikost begonnen.
Die meisten Frauen beginnen ab dem 8. Monat mit weichem Reis.
Dr. Nauzad begann bei ihren Kindern mit 3 Monaten mit 1 Löffel
Karottensaft, Tee, Zuckerwasser und Saft.
Später gab es Griesbrei oder einen Brei bestehend aus Käse, Orangen
und Banane.
In Afghanistan schlafen die
meisten Babys bei ihren Müttern im Bett, in Kabul (eher europäisch
ausgerichtet) wird nach der Entbindung ein Bett für das Baby
gerichtet.
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