Vormilch (Kolostrum):
Wird bereits in der Schwangerschaft gebildet und steht
somit dem Baby gleich nach der Geburt zur Verfügung.
Manchmal tropft schon vor der Entbindung etwas Vormilch aus der Brust, dies
ist normal.
Bitte keine Manipulation an der Brustwarze jetzt durchführen, drücken oder
quetschen, dies könnte bei empfindlichen Frauen zu Entzündungen oder dem
Einsetzen von vorzeitigen Wehen führen.
Das Kolostrum ist im Gegensatz zu reifer Muttermilch dickflüssig
à Neugeborenes verschluckt sich
somit nicht so leicht und sieht gelblich aus.
à hoher Bestandteil von
b-Karotin.
Die am Anfang noch kleine Menge ist völlig ausreichend, das Kind kann
Saugübungen machen, ohne das Mund und Rachen sofort von Milch überschwemmt
werden.
Eiweiße, Mineralstoffe und fettlösliche Vitamine sind stärker vertreten als
dann später in reifer Muttermilch, Fett und Kohlenhydrate dafür erstmal
weniger.
Was aber die Vormilch wirklich so wichtig macht sind die enorm hohe Anzahl
an Immun- und Abwehrstoffen (so hoch wie jetzt werden sie nie mehr in reifer
Muttermilch vorkommen!)
Diese kleiden innerhalb der ersten Tage den kindlichen Darm aus und
erschweren Keimen und Allergie auslösenden Stoffen somit das Eindringen.
Zudem fördert Vormilch die Darmtätigkeit (in den ersten Tagen häufig
anlegen!)
à der erste Stuhl das sog. Kindspech wird schneller ausgeschieden und
somit wird das Risiko der Neugeborenengelbsucht reduziert.
Das Baby sollte nun ca.
alle 3h angelegt werden, die meisten Kinder melden sich von selbst (
frühe Hungerzeichen beachten!) , sehr schläfrige Babys sollten zum Trinken
aufgeweckt werden.
Am Anfang zur Milchbildung ist es besser, das Baby häufiger und kürzer
anzulegen als zu große Pausen dazwischen einzulegen.
à Milchbildung funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage (
je öfter das Baby saugt, desto mehr Milch wird dann auch gebildet).
Ein Kind aufzuwecken kann z.B. durch
Wickeln, Ausziehen oder direktem Haut- zu Hautkontakt erfolgen.
Durch regelmäßiges Anlegen werden die Beschwerden des Milcheinschusses
gemildert, meist fließender Übergang.
Innerhalb von 2 Wochen geht Vormilch zu reifer
Muttermilch über.
In den ersten Tagen wird das Baby ca. 2-3 nasse Windeln haben, sobald die
Milchmenge ( ab dem Milcheinschuß) sich erhöht, sollten es dann 6-8 nasse
Windeln/24h werden.
Urin sollte in jedem Abschnitt der Stillzeit hell und mild riechend sein.
Ebenso wird nach 2-3 Tagen das Kindspech in Muttermilchstuhlgang übergehen,
er sieht gelb-grünlich aus ist weich, mild riechend und mehrmals täglich.
Literaturangabe:
Ausbildungszentrum für Laktation und Stillen
Stillen- Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit
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