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Streicheln und Massage ein hoher Gewinn

Still-Café im St.-Anna-Krankenhaus läuft seit einem Jahr - Sehr viele positive Erfahrungen gesammelt

Sulzbach-Rosenberg. (wau) Das Still-Café im St.-Anna-Krankenhaus feierte sein einjähriges Bestehen in besonderem Rahmen. Leiterin Schwester Michaela Herrmann begrüßte neben Chefarzt Dr. Jörg-Dietrich Dodenhöft, Oberschwester Inge Nösner und stellvertretenden Verwaltungsleiter Jens Muschiol. Dodenhöft stellte fest, dass der derzeit genutzte Frühstücksraum auf der gynäkologischen Abteilung wegen des regen Zuspruchs bald nicht mehr ausreichen werde, da immer mehr Mütter das Angebot nutzten.

Keine Schrei-Babys

Auch die Babys zeigten sich sehr brav, fast, als würden sie interessiert zuhören. "Vielleicht sind die bei uns im Hause geborenen Kinder auch keine Schrei-Babys", fügte der Leiter der Gynäkologie hinzu. Oberschwester Inge Nösner freute sich, dass die Institution "Stillcafé" im Krankenhaus Platz gefunden habe. Die Einrichtung sei nicht mehr wegzudenken.

Schwester Michaela definierte den Begriff "Still-Café", der zum einen im ersten Teil des Wortes das "Stillen" beschreibt: Muttermilch sei die beste Ernährung für den Säugling. Sie sei jederzeit richtig temperiert und brauche keine Zubereitungszeit. Vor allem die Zusammensetzung der Nährstoffe sei ideal. Mit Muttermilch könne Allergien vorgebeugt und vor Krankheiten, wie Mittelohrentzündung oder Atemwegsinfektionen, geschützt werden.

Zum anderen sei das Wort Café enthalten: Ein Treff, bei dem sich seit September 2002 schwangere Frauen, stillende und nicht stillende Mütter zusammenfinden. In Gesprächen würden Erfahrungen ausgetauscht, Stillprobleme gelöst und Fragen beantwortet. Auch für die Kinder seien die Zusammenkünfte "gewinnbringend", schließlich kämen sie so schon sehr früh mit Gleichaltrigen in Kontakt.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden diverse Vorträge angeboten. Mit Gertrud Siegert konnte eine kompetente Referentin zum Thema "Die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr" gewonnen werden. Großen Anklang fand der Beitrag über "Beikost im Säuglingsalter". Hier hatten Mütter Gelegenheit, die zubereiteten Obst- und Gemüsebreie zu probieren.

Gegenseitige Berührungen sind gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft wichtig. Dies konnten die Mütter beim Vortrag von Schwester Lisa Brzoza, stellvertretende Leiterin des Stillteams, am eigenen Körper erfahren und somit erkennen, dass Körperkontakt durch Streicheln und Massage "ein hoher Gewinn" für Säuglinge ist.

Mit Namen und Datum

Als Dankeschön für kompetente "24-Stunden-Rundum-Betreuung" ließen es sich die Mütter nicht nehmen, dem Still-Café-Team ein Geschenk zu überreichen. Sie gestalteten ein Plakat mit bunten Abdrücken der Füße ihrer Kinder, die mit Geburtsdatum und Vornamen versehen waren. Stellvertretend für alle Mütter übergab Sonja Schnellinger dieses Plakat mit dem Hinweis: "Wir fühlen uns hier sehr wohl und hoffen, dass wir auch weiterhin kommen können, auch wenn unsere Kinder schon älter geworden sind."

( Bild und Text Aurelia Wiesnet )

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