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Stillanleitung
St. Anna Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg
Still-Café jeden Montag von 09.30-11.00 Uhr
Still-Hotline:09661/520420
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Das Team der Gyn II
gratuliert Ihnen herzlich zur Geburt Ihres Kindes und wünscht Ihnen alles
Gute für die kommende gemeinsame Zeit.
Im Umgang mit Ihrem
Baby spielt neben der Pflege auch die Ernährung eine große Rolle.
Da sich die Muttermilch in der Zusammensetzung der Nährstoffe und
Immunglobuline exakt den jeweiligen Bedürfnissen eines Säuglings anpasst,
ist Stillen die optimale Ernährungsform.
Stillen fördert außerdem die psychosomatische Entwicklung Ihres Kindes und
kann dazu beitragen, Allergien hinauszuzögern.
Ebenso wird durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin beim Stillen die
Gefahr der Nachblutung bei der Mutter verringert sowie die Rückbildung der
Gebärmutter gefördert.
Dies sind nur einige von den vielen Vorteilen des Stillens.
Um Ihnen den Anfang
Ihrer gemeinsamen Stillbeziehung so angenehm und einfach wie möglich zu
gestalten, bietet unser Haus gute Voraussetzungen:
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Bei uns auf Station
haben Sie die Möglichkeit Ihr Kind im 24h Rooming-in Konzept (Mutter und
Kind können den ganzen Tag und Nacht komplett zusammenbleiben) zu
versorgen. |
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Flexible
Essenszeiten (z.B. Frühstücksbüffet) ermöglichen Ihnen Ihr Kind nach
Bedarf und nicht nach gewissen Uhrzeiten zu stillen |
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Routinemäßig wird
Ihrem Kind keine Flüssigkeit oder Nahrung gefüttert – nur auf
ärztliche Anordnung und in Absprache mit Ihnen.
Wir würden hierfür dann abgekochtes Wasser verwenden! |
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Bei Stillproblemen
bieten wir Ihnen auch alternative Fütterungsmethoden – wie
Becher/Pipette – an, ebenso fachkompetente Beratung, Hilfestellung bei
Fragen und intensive Betreuung durch unsere Laktationsberaterin,
Hebammen und Krankenschwestern. |
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Still-Café jeden
Montag von 09.30 – 11.00 Uhr im Frühstücksraum der Station Gyn II |
Still-Hotline bei
allen Fragen rund um die Uhr: 09661/520420
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Hier nun eine kleine
Stillanleitung für die erste Zeit:
Stillanleitung:
Sie
brauchen keinerlei Vorkehrungen zu treffen, um mit dem Stillen anzufangen!
Wichtig für Sie ist:
Allgemein
viel Luft an die Brust lassen.!
Solange die Milch noch nicht richtig läuft, brauchen Sie nicht unbedingt
Stilleinlagen zu verwenden.
Für die tägliche Hygiene reicht abbrausen mit klarem Wasser – bitte keine
Seife/Duschgel direkt auf die Brustwarze anwenden – dies würde den
Säuremantel der Haut zerstören.
Als BH´s eignen sich am besten Still-BH´s („normale“ gehen genauso) beide
sollten aber gut sitzen, nicht einschneiden und keine Bügel haben!
Das erste Anlegen:
Findet
meist schon im Kreißsaal kurz nach der Geburt statt, nur bei Kaiserschnitt
(Narkose) oder anderen Gründen, kann es sein, dass Sie Ihr Kind erst auf
der Station anlegen können.
Anlegen des Kindes:
Setzen oder
legen Sie sich zum Stillen Ihres Kindes bequem hin, als Hilfe zur Ab- und
Unterstützung eignen sich sehr gut unsere Stillkissen.
In allen Positionen (Wiege- und Rücken bzw. Fußballstellung, Stillen im
Liegen) sollten Sie Ihr Baby eng Bauch an Bauch halten.
Für die Hilfestellung der einzelnen Stillpositionen stehen wir Ihnen gerne
jederzeit zur Verfügung.
Der Mund Ihres Babys sollte auf Höhe der Brustwarze sein.
Ohr, Schulter und Hüfte des Babys sollten in allen Positionen eine Linie
bilden.
Diese Lagerung hilft Ihrem Kind beim Trinken, denn so muß es zum Schlucken
seinen Kopf nicht drehen.
Die Brust sollte im sog. C-Griff gehalten werden:
Daumen befindet sich oben – Zeigefinger ist unten, beide Finger sind ca.
2-3 cm hinter der Brustwarze
à
so kann das Baby viel vom Brustgewebe erfassen.
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Wenn Sie mit der Brustwarze nun leicht die Unterlippe Ihres Babys
kitzeln, öffnet Ihr Kind (meist nur für einen kurzen Augenblick) weit
seinen Mund.
Jetzt wird das Baby schnell zur Brust hingezogen
à
nicht umgekehrt!
Falls dies nicht klappt, nehmen Sie Ihr Kind noch einmal ab und versuchen
Sie einen erneuten Anlegeversuch.
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind wirklich gut angelegt ist und nicht nur
die Brustwarze erfasst hat!
à
Dies ist mit der häufigste Grund für wunde Brustwarzen und mangelnde
Entleerung der Brust!
Zum Ablösen von der Brust stecken Sie einfach Ihren kleinen Finger
zwischen Mund und Brustwarze um den Sog zu lösen.
à
bitte Kind nie versuchen einfach so abzuziehen!
Sie erkennen selbst,
ob Ihr Baby richtig angelegt ist:
-
Sie
haben keine Schmerzen beim Stillen
-
Ober-
und Unterlippe sind fischmaulartig nach außen umgestülpt
-
Es sind
keine Schmatzgeräusche beim Trinken (nur Schlucken) zu hören
- Ohren und Schläfen bewegen
sich rhythmisch beim Trinken
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Stillen nach Bedarf:
Bieten Sie Ihrem Kind
immer dann die Brust an, sobald es sich leise meldet, es ist viel
schwieriger ein schreiendes Baby richtig anzulegen und zu stillen, als
wenn das Kind erste Hungerzeichen (Kopf drehen, lecken) zeigt.
Am Anfang ( 2.-3.Tag bis zum Milcheinschuß) sollten zur Anregung der
Milchbildung immer beide Brüste angelegt werden.
So stellen Sie sicher, dass Ihr Kind das so wichtige Kolostrum (Vormilch)
erhält, welches schon in der Schwangerschaft gebildet wurde.
Wenn der Säugling gut angelegt ist und Sie keine Schmerzen haben, dann
darf das Baby ruhig solange saugen, bis es von alleine die Brust wieder
loslässt.
Bis die Milch richtige fließt können es 10-12 Stillmahlzeiten innerhalb 24
h ( also alle 2-3h) sein, später nach dem Milcheinschuß pendeln sie sich
auf 8-10x/24h ein.
Solange Ihr Baby
kräftig saugt, lassen Sie es eine Seite leer trinken, denn nur so kommt
das Baby an die fettreiche, sättigende Hintermilch (die erste Milch die
fließt ist dünnflüssiger und löscht den Durst).
Danach wird evtl. noch die 2. Brust angeboten.
Bei einem sehr schläfrigem Baby kann es sein, dass Sie innerhalb einer
Stillmahlzeit mehrmals die Brust wechseln müssen, um Ihr Kind aufzuwecken
und ans Trinken zu erinnern.
Bei der nächsten
Stillmahlzeit beginnen Sie mit der Seite, mit der Sie beim letzten Stillen
begonnen haben ( evtl. auch noch einmal an der gleichen Brust, falls das
Baby diese noch nicht richtig entleert hat).
Nun kann z.B. ein buntes Bändchen um einen BH-Träger hilfreich sein, um
sich die zuletzt angelegte Seite zu merken. |
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Wunde Brustwarzen:
Können durch nicht
korrektes Anlegen bzw. Saugen, ständiges Ablösen und Neuanlegen, jedoch
weniger durch langanhaltendes Saugen verursacht werden.
Nach dem Stillen verstreichen Sie die restlichen Milch-bzw. Speichelreste
des Babys auf der Brustwarze und lassen diese an der Brust trocknen.
Durch regelmäßiges Wechseln innerhalb der einzelnen Stillpositionen können
ebenso wunde Brustwarzen mit vorgebeugt werden.
Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen und doch größere Beschwerden
auftreten, kann dünn eine Salbe auf die Brustwarzen aufgetragen werden.
Wir würden hierzu
Pure-Lane oder Lansinoh Salbe verwenden.
Beide Cremes bestehen aus hochgereinigtem Wollfett ohne
Konservierungsstoffe.
Vor dem Auftragen eine kleine Menge zwischen 2 Finger verreiben, bis Salbe
schön gleitfähig ist und dann dünn auftragen.
Diese Cremes brauchen vor dem nächsten Anlegen nicht abgewaschen werden.
Allgemeine Still-Info:
Beim
Stillen gilt – Angebot und Nachfrage regeln sich gleichzeit.
Je öfter ein Kind angelegt wird, desto mehr Milch wird produziert und
umgekehrt.
Es ist ganz normal,
dass Ihr Kind nach der Entbindung an Gewicht verliert – bis 10 % wird als
normal angesehen.
Dieser Gewichtsverlust wird meist dann zwischen dem 10.-14. Lebenstag
wieder ausgelichen (eher schon früher).
In der Folgezeit, sollte die Gewichtszunahme 150-200g/Woche betragen.
Anhand 6-8 gut nasser Windeln und regelmäßig Stuhlgang (1x/Tag wenig oder
1x/Woche viel ist für Stillkinder normal) können Sie selbst auch gut eine
ausreichende Muttermilchversorgung erkennen. |
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Noch einige wichtige
Tipps:
 | Milchstau:
Stillen ist eine Wechselbeziehung zwischen Ihnen beiden. Wenn das Baby
Hunger hat, soll es angelegt werden.
Das gleiche gilt auch für Sie. Wenn Sie merken, dass sich Ihre Brüste
sehr voll anfühlen, sollte Ihr Kind angelegt werden, auch wenn es
schläft.
Kohl- und Quarkwickel haben sich bei einer gestauten Brust sehr oft als
hilfreich und angenehm erwiesen.
Nach dem Stillen können diese Auflagen angewendet werden, bei beiden
gilt à
Brustwarze aussparen (kann zu Geschmacksveränderungen kommen).
Kohl und Quark sollten solange auf der Brust bleiben, bis diese sich
wieder erwärmt haben bzw. es Ihnen Linderung verschafft hat.
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Ernährung:
Als Faustregel gilt, dass Sie essen dürfen,
was Ihnen schmeckt und schon immer gut bekommen ist.
Achte Sie darauf,
dass Ihre Nahrung genügend Ballaststoffe enthält
à
Vollkornprodukte, Obst, Gemüse (frisch),Müsli und Joghurt.
Trinken Sie je nach Durst.
Am besten stellen Sie sich zu jeder Stillmahlzeit ein Glas Flüssigkeit
(Fassungsvermögen unserer Teekannen = ¾ Liter!) bereit.
à
Geeignet sind Wasser, Tee oder verdünnter Saft (Pfefferminz- und
Salbeitee bitte nicht in großen Mengen trinken, kann zur Verringerung
der Milchmenge beitragen)
Alkoholische und koffeinhaltige Getränke (Kaffee, schwarzer Tee) sollten
nur in geringen Mengen zu sich genommen werden oder ganz gemieden werden
(Unruhe beim Kind).
Etwas Vorsicht bei Kuhmilch- und produkten
à
Bei übermäßigem Genuß kann es in der Stillzeit zu Kuhmilcheiweißallergie
kommen!
Wenn beide Elternteile zu Allergien neigen, sollte ebenfalls auf Eiklar
und Nüsse verzichtet werden.
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Allgemein:
Bei zu
vielen Besuchern hier in der Klinik können Sie sich gerne zum Stillen
ins Kinderzimmer zurückziehen.
Legen Sie sich hin zum Schlafen, wenn auch Ihr Kind zur Ruhe gekommen
ist.
Lassen Sie sich viel Zeit – vor allem wenn Sie mit Ihrem Kind dann nach
Hause kommen! |
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